Wiki des Graf-Rasso-Gymnasiums (GRG) in FFB
Im Vergleich zu den Seiten anderer Gymnasien nutzt das GRG Werkzeuge, die das Web 2.0 zur Verfügung stellt (Podcast, Wiki). Auf den Seiten des GRG gibt es (mindestens) zwei Wikis. Eines, das nicht mehr gepflegt wird und eines, dass unter „Forum“ läuft und nach Selbstbeschreibung hauptsächlich für nicht übermäßig vertrauliche Informationen bzw. Projekte genutzt wird.
Ein kurzer Blick auf das „alte Wiki“ :
Das alte Wiki wurde initiiert von Thomas Rau, der an dieser Schule Deutsch, Englisch und Informatik unterricht und unter dem Nickname „Herr Rau“ einen eigenen, gut besuchten Lehrerblog schreibt. Das Wiki unterteilt sich in „Informatikprojekte“ und „Deutschprojekte“.
Informatikprojekte:
Drei siebte Klassen arbeiten je an einem eigenen Thema. Auf der Eingangsseite kann man sowohl die Projekte der Klassen ansteuern als auch die Anweisungen, Hilfestellungen und Kriterien des begleitenden Lehrers lesen. Die Projekte sind sehr lebendig. Die Schüler verbessern sich gegenseitig, diskutieren mal mehr (z.B: Hinweise zu Textgliederung), mal weniger tiefgründig (z.B. „geile Seite“, „cool“) über ihre Arbeit. Der Lehrer gibt ebenfalls Rückmeldung über die Diskussionsseite. Ein für den Erfolg nicht unwesentlicher Punkt ist sicherlich die Themenwahl. Die einzelnen Klassen erstellten ihre Wikibeiträge zu den Themen „Musik und Sport – Interessen der 7a“, „So ticken Schüler: Das Lösungsbuch für Lehrer“ sowie „Berühmtheiten, die wir cool finden“. Wenn es das Ziel des Lehrers war, die Schüler an das Arbeiten und die Möglichkeiten eines Wikis heranzuführen, war er definitiv erfolgreich.
Deutschprojekte:
Dieser Teil wurde vom Lehrer vor allem als Textübersicht genutzt. Die Interaktion ist minimal, in den seltensten Fällen haben Schüler gestelllte Aufgaben tatsächlich online beantwortet. Die eigentliche Funktion eines Wikis wurde so gut wie nicht genutzt. Es ist natürlich möglich, dass es auch gar nicht die Absicht des Lehrers war. Andererseits lädt das bloße Einstellen der Texte, begleitet von den üblichen Schulfragen, vielleicht auch nicht unbedingt dazu ein, die Möglichkeiten, die ein Wiki bietet, zu nutzen.
Alles in allem machen die Deutschprojekte nicht den Eindruck von Projekten sondern sind eher ein virtuelles Anschlagbrett des Lehrers.
Die „interaktive Schreibwerkstatt von ‘Jetzt Deutsch lernen’“ des Goetheinstituts
Alles in allem ist die interaktive Schreibwerkstatt nicht übermäßig aktiv. Beschrieben wird sie zwar mit schillernden Worten (z.B. „Ihr gestaltet selbst die Seiten und veröffentlicht eure Texte im Internet! Gemeinsam mit anderen Lernenden erstellt ihr so euer eigenes Web!“), aber die Realität lässt eher zu wünschen übrig.
Warum dies so ist, kann durch bloßes Anschauen des Wikis natürlich nicht herausgefunden werden. Die Themen sind jedoch in den meisten Fällen nicht sehr attraktiv und wiederholen nur die künstliche Lehrbuchatmosphäre. Wenn man als Lerner vor allem Jugendliche, junge Erwachsene und Erwachsene annimmt, kann man mit Sicherheit interessantere Themen finden, die dann auch tatsächlich zum Schreiben animieren. Wieso um alles in der Welt hat man z.B. nicht nur die Bildbeschreibung ins Wiki gehoben sondern auch noch ein Abbildung von Wiki, dem kleinen Wikinger gewählt? Mag sein, dass man angetan war von der Namensgleichheit, aber so etwas lockt thematisch eigentlich keinen Jugendlichen mehr hinterm Ofen vor. Entsprechend traurig sieht es dort aus.
Auch die Korrekturfunktion – einer der großen Vorteile eines Wikis – wird sehr wenig genutzt, dabei wäre dies für Lerner eine gute Übung.
Auf den ersten Blick lässt sich für die interaktive Schreibwerkstatt festhalten, dass das Wiki noch längst nicht mit all seinen Möglichkeiten genutzt wird.
-Greyback-